Biochemie - zukunftsweisend in der Medizin

Früher wurde die Biochemie als Physiologische Chemie bezeichnet und ist die Lehre von den chemischen Abläufen in einem Lebewesen. Das Wort „Biochemie“ stammt aus dem griechischen und heißt übersetzt „Chemie des Lebens“. In diesem Bereich der Medizin werden Überschneidungen von Biologie, Chemie und Physiologie behandelt. Gegenstand der Biochemie sind unter anderem die Untersuchung von biomolekularer Strukturen, des Stoffwechsels und des Informationsaustauschs innerhalb eines Organismus wie zwischen den Organismen.

Biochemie lässt sich auf Grund der unterschiedlichen Untersuchungsbereiche in verschiedene Kategorien einteilen, wobei die medizinische Biochemie, die Proteinbiochemie, Immunbiochemie und Enzymologie einen festen Platz in der Medizin haben. Die angewandten Methoden in der Biochemie sind vielfältig und meistens aus verschiedenen Gebieten entnommen. So kommen beispielsweise die analytische, organische, physikalische Chemie wie die Physik zum Einsatz. Die dabei verwendeten Techniken sind unter anderem die Mikrobiologie, die Informatik, die Zentrifugation, die Chromatographie, die Spektroskopie oder auch die Isotopentechnik. 

Ein Facharzt für Biochemie darf nicht mit einem Biochemiker verwechselt werden. Nach einem absolvierten Medizinstudium besteht die Möglichkeit, mit einer Weiterbildung von  vier Jahren Facharzt für Biochemie zu werden. Auf diese Weiterbildungszeit können ein Jahr in der Inneren Medizin oder Pädiatrie angerechnet werden. Zu den Weiterbildungsinhalten gehören unter anderem die allgemeine und physikalische Chemie, biochemische Reaktionen auf körperfremde Stoffe, Laboratoriumsdiagnostik, Photometrie, Elektrometrie, Fluorometrie, Enzympräparationen, Immunchemische Testverfahren, Grundlagen der biochemischen Genetik, Labororganisation und Laborbetrieb.

Über die genauen Zulassungsvoraussetzungen und Inhalte der Weiterbildung gibt die zuständige Ärztekammer vor Ort Auskunft. Auch mögliche Fortbildungen können hier erfragt werden. Der deutsche Abschluss als Facharzt der Biochemie ist weltweit anerkannt und bedarf keiner länderabhängigen Zusatzzertifikate. Die Einsatzgebiete für Fachärzte der Biochemie sind Lehrstühle in der biochemischen- medizinischen Ausbildung, biochemische Labors, die biochemisch-medizinische Forschungsinstitute, Klinikums mit entsprechender Ausstattung. Bekannt sind das Max- Planck- Institut, das Zentrum für Biochemie an der medizinischen Fakultät, Universität Köln, das Biozentrum in Basel. Mittlerweile lassen sich auch einige Fachärzte mit eigenen biochemischen Laboratorien oder Praxen nieder.